Wie Jan ja schon gestern gepostet hat, ist Frau Zypries in der Frage der Privatkopien eingeknickt. Wenn das Gesetz in seiner vorgeschlagenen Form kommt, darf man einen etwaigen Kopierschutz auf CDs auch nicht mehr in kleinem Umfang umgehen (etwa eben um eine Privatkopie anzufertigen, die wohl eigentlich weiterhin erlaubt wäre).
Dass dann in naher Zukunft wirklich alle CDs kopiergeschützt wären, ist ja wohl keine Frage. Und dann ist der Weg tatsächlich frei für die Razzien auf dem Schulhof…
Natürlich sagt Frau Zypries, dass es den Staatsanwälten ja freigestellt sei, geringfügige Fälle nicht zu verfolgen… Aber wenn die Musikindustrie schon solchen Einfluss auf die Gesetzgebung hat, möchte ich mich nicht auf den guten Willen (und die Unbestechlichkeit) der Staatsanwaltschaft verlassen müssen.
Gestern jedenfalls gab es einen Sturm der Entrüstung.
Gibt es (deswegen?) heute vielleicht einen Lichtstrahl am Horizont?
Achso, eins noch: das hier ist auch schön - man soll dem Phonoverband schreiben, wenn man Probleme beim Abspielen von kopiergeschützten CDs hat… Das Angebot habe ich gerade mal wahrgenommen.
Oh - und (auch über Jan) - bei last.fm gibt’s gut hörbare Musik ganz ohne CDs kaufen.


Ja, Last.Fm ist wirklich gut! Das kann ich nur bestätigen - vor allem kann man über die Tags schnell Einblick in Musikstile bekommen, für die man sonst niemals Geld ausgegeben hätte.
Der Lichtblick läßt hoffen.
Ansonsten fand ich das sehr bunte Presseecho lustig. N-tv.de schrieb mit Hinblick auf die Möglichkeit einer Verfahrenseinstellung bei Bagatellfällen lapidar, für den Verbraucher werde sich in Zukunft nichts ändern, während sich Frank Patalong bei spiegel.de kräftig echauffierte.
Beängstigend finde ich auch, daß die Industrie in Zukunft wohl einen Auskunftsanspruch bei Providern bekommt. Ganz ohne Gerichtsverhandlung. Wenn das so stimmt (ich habe es nicht weiter verfolgt!), dann muß ich mich schon fragen, wo ich eigentlich lebe.
…oder wo man eigentlich in Zukunft leben will…
Nur wohin soll man gehen? Vanuatu?
Hm… bei der Weltkarte im Gang bleiben die Blicke ja doch verdächtig oft an der Karibik kleben.
Ich werd Aussteiger.
Doch die Cocktailbar am Strand.
Na gut… vielleicht ne Internet-Cocktailbar ;-)
So ‘ne Art “internet laundry cafe” meinst du ;)
Genau! Nur weniger laundry… dafür mehr Cocktails. :-)
Ist auch toller, wenn man (natürlich nur für stichprobenartige Qualitätskontrollen!) ab und zu mal nen Cocktail süffeln kann, als sich ne Nase Lenor zu gönnen.
Wo stand das Teil eigentlich? Broadway? Gott, würds gerade nicht mehr finden…
Hmm… Broadway oder 10th… Jedenfalls hat man’s aus dem Bus gesehen.